
ARD, ZDF und WDR bei Killerspiel-Lügen erwischt
Wenn Sender zu Tätern werden: Student deckt unseriöse Ballerspiel-Recherchen auf
Irgendwann hielt Matthias Dittmayer (21) es nicht mehr aus: Auf allen öffentlich-rechtlichen TV-Sendern schlug dem jungen Bremer eine einseitige Berichterstattung über Video-Spiele entgegen, die den Hobby-Zocker samt Freundeskreis in eine Reihe stellte mit Außenseitern, Nazis, Amokläufern. Wie wenig sich die Sender dabei auf Fakten stützten, entlarvte er mit einem eindrucksvollen youtube-Video. Innerhalb kürzester Zeit eroberte der Film das Internet und zwang die oft kritisierte Frontal21-Redaktion zu einer peinlichen Stellungnahme. Nun erklärt Dittmayer im Interview mit springerpresse.de die Propaganda-Methoden der "Killerspiel"-Berichterstattung in Deutschland:
springerpresse.de: Sagen Sie mal, Herr Dittmayer, wie kamen Sie auf die Idee, in einem Video den Recherchepraktiken der öffentlich-rechtlichen TV-Sender im Bezug auf Ballerspiele auf den Zahn zu fühlen?
Dittmayer: Zumindest die Zuschauergruppe der Computerspieler, also der Großteil der 12-30-Jährigen, wusste schon immer um das bedauernswerte Niveau der TV-Berichterstattung. Anfangs war diese noch harmlos, es wurden höchstens mal Screenshots aus dem Spiel Quake einfach als CounterStrike-Szenen präsentiert. Den Inhalt der ARD Panorama-Sendung vom 22.02.2007 – "Killerspiele im Internet" – wollte ich dann aber doch nicht mehr stillschweigend hinnehmen.
Die Sendung sprach mich besonders an, da sie sich Online-Shootern widmen wollte, die ich in meiner Freizeit gern spiele. Deren Darstellung ging aber weit über die übliche Unachtsamkeit hinaus, bewegte sich plötzlich auf einem fehlerdurchsetzten, tendenziösen Niveau, dass man nicht mehr mit Unwissenheit erklären konnte.
Aus diesem Grund reichte ich beim Rundfunkrat des NDR eine Beschwerde ein. Der Rat kam aber leider zu dem Ergebnis, dass die Berichterstattung in der Sendung leitlinienkonform gewesen sei. Ego-Shooter und deren Spieler durfte man also offensichtlich "ungestraft" in Verruf bringen. Mangels weiterer rechtlicher Möglichkeiten wagte ich mit einem selbstgemachten Video den Schritt an die Öffentlichkeit. Ich wollte die Sendungen so aufbereiten, dass auch der Nicht-Spieler die Fehler und deren Relevanz erkennen und meine Empörung über Hetzkampagnen und Rundfunkrat nachvollziehen kann.
Besonders dankbar bin ich auch Herrn Claus Richter (Redaktionsleiter, Frontal21): Dieser veröffentlichte aufgrund des Videos eine Stellungnahme, welche meine Kritik entkräften sollte, tatsächlich aber erschreckende Wissenslücken und ein Händchen für selektives und falsches Zitieren (z.B. durch Auslassen relevanter Passagen in einer Indizierungs-Entscheidung) offenbarte. Sogar der Autor eines von ihm zitierten Buches stellte klar, dass er den ihm unterstellten Aussagen stets widersprochen habe.
springerpresse.de: Laut WDR-Moderator Frank Plasberg gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass Ballerspiele Hirnbereiche für Moral verkümmern lassen können. Sie spielen selbst seit Jahren Ego-Shooter, werden Sie schneller agressiv als früher?
Dittmayer: In wissenschaftlichen Studien wurde lediglich beobachtet, welche Hirnareale während des Spielens erhöhte Aktivität aufweisen, und wie ängstlich oder konzentriert die Probanden waren. Eine Studie über die langfristige Verkümmerung von Gehirnarealen ist mir nicht bekannt. Tatsächlich belegt ist aber, dass durch Videospiele kurzzeitig die Empathie (das Vermögen Mitleid zu empfinden) beeinträchtigt werden kann. Das ist aber nicht nur bei Ego-Shootern sondern selbst bei friedlicheren Spielen der Fall, da nicht nur die enthaltene Gewalt sondern auch Frust und Erregung des Spielers eine Rolle spielen. So kann auch schon der Anblick einer Spielzeugwaffe oder eines Geldscheins die Empathie messbar verringern.
Die Wissenschaftler sind sich untereinander uneinig: Während manche gewalthaltige Videospiele maßgeblich für die Verrohung der Jugendlichen verantwortlich machen, können andere überhaupt keine psychischen Auswirkungen feststellen. Allgemein geht man aber davon aus, dass nur bei Kindern, die aus zerrütteten Verhältnissen stammen, Videospiele eine schädliche Wirkung entfalten können. Zur Zeit streitet man sich darum, ob gewalthaltige Videospiele schädlicher oder harmloser als Actionfilme sind. Die Behauptung, dass gewalthaltige Videospiele nicht nur zu einer kurzfristigen feindlicheren Wahrnehmung der Umwelt führen, sondern tatsächlich aggressive Emotionen fördern können, ist nach wie vor nicht belegt.
Ich selbst bin mit Videospielen aufgewachsen, so dass ich es eigentlich gar nicht anders kenne. Ich war dabei schon immer ein friedfertiger Mensch. „Ballerspiele“ dienen meiner Erfahrung nach auch nicht - wie oft unterstellt - um Aggressionen auszuleben, sondern helfen mich zu entspannen, etwas Zerstreuung zu finden.
Einmal losgelassen, geistern die Lügen als Tenor durch die Medienlandschaft
springerpresse.de: In Plasbergs WDR-Magazin „hart aber fair“ erfuhr der Zuschauer, die Amokläufer von Erfurt (2002) und Emsdetten (2006) wären als fanatische „CounterStrike“-Spieler aufgefallen, einem ab 16 Jahre freigegebenen Titel, in dem es einen sogenannten „Todesspiel“-Modus mit spritzendem Blut und zerfetzten Leichen gäbe. Das klingt doch bedenklich?
Dittmayer: Ja tut es, nämlich bedenklich falsch! Dass Robert S. und Sebastian B. CounterStrike gespielt haben sollen, ist eine Mär, die nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Obwohl selbst die Gutenberg-Kommission ausdrücklich betont hat, dass der Amokläufer von Erfurt nicht Counterstrike gespielt hat, taucht diese Angabe immer wieder auf. Selbst in Texten des Bundestages und natürlich auch immer wieder in der Bild.
Auch enthält keine Version von CounterStrike zerfetzte Leichen. Darüber hinaus gab es zum Zeitpunkt des Amoklaufs von Erfurt nicht in der deutschen sondern nur in der englischen Version des Spieles Blut. Diese war, anders als die deutsche, auch nicht ab 16 sondern ab 18 freigegeben. Die Spielvariante „Todesspiel“ ist auch nicht enthalten, hier hatte die hartaberfair-Redaktion Half-Life²: Deathmatch mit CounterStrike verwechselt.
springerpresse.de: Das gleiche Magazin stellte Tom Westerholt als "Eins Live Computerexperten" vor. Er erklärte beispielsweise, bei dem CounterStrike-Modus "Capture the Flag" sei es Spielziel, feindliche Basen einzunehmen. Expertenwissen oder Schmu?
Dittmayer: Fakt ist zumindest, dass man die Variante "Capture the Flag" nicht in CounterStrike sondern nur in dem Mod "Day of Defeat" vorfindet. Diesen wird Tom Westerholt wahrscheinlich auch beschrieben haben - als ehemaliger Netzreporter von GIGA sollte er sich damit auskennen. Nur irgendjemand hat offenbar den Beitrag falsch zusammengeschnitten, so dass dieser Schmarn bei rauskam.
Bei "Capture the Flag" soll man eigentlich aus einer gegnerischen Basis eine Fahne stehlen und diese zur eigenen Festung bringen, so dass die Beschreibung von Tom Westerholt mir zuerst überhaupt nichts sagte.
Amüsant ist auch der Versuch des "Experten" Christian Pfeiffer, das Spielprinzip von "World of Warcraft" für den Laien verständlich zu erklären: Er spricht statt von Elfen und Zwergen über Generäle und Sanitäter, so dass sich seine Beschreibung von "WoW" eher nach der eines Taktik-Shooters anhört. Dass ist besonders deswegen grotesk, weil er "World of Warcraft" als positives Beispiel im Gegensatz zu gewalthaltigen Shootern anführen wollte.
Deutsche Gesetzeslage strengste in der EU - dennoch drängt man auf Verschärfung
springerpresse.de: Der vierte Teil der „GTA“-Reihe bricht derzeit alle Verkaufsrekorde auf der ganzen Welt. In der Sendung erfuhr man, im ab 16 Jahren Freigegebenen Vorgängertitel sei es üblich, mit einer Kettensäge Mädchen im Gebüsch zu zerstückeln, ihnen Beine und Kopf abzuschneiden. Wie kann sich ein Spiel mit diesem Inhalt so gut verkaufen?
Dittmayer: In dem Spiel ist es zwar möglich, mit einer Kettensäge auf Passanten loszugehen, aber die Beschreibung passt trotzdem nicht: So kann man schon deswegen keine "Mädchen" angreifen, weil in dem Spiel ausschließlich erwachsene Spielfiguren herumlaufen. Wir haben in Deutschland die europaweit strengste Rechtslage bezüglich Gewaltdarstellung in Video-Spielen, erst gerade wurde eine weitere Gesetzes-Verschärfung verabschiedet. Nach meinem Wissen ist es auch weder in der stark zensierten deutschen noch in der österreichischen Uncut-Version des Spiels möglich, Körperteile abzutrennen. Das ist besonders relevant, weil eine solche detailierte selbstzweckhafte Gewaltdarstellung einen Grund für Indizierung darstellen kann. Das Spiel würde dann als jugendgefährdend gelten und dürfte weder öffentlich beworben noch offen verkauft werden.
springerpresse.de: Das ZDF-Magazin „Kontraste“ empfahl wütenden Zuschauern, die den Beitrag „Killerspiele als Gebrauchsanleitung“ als üble Propaganda empfanden, einen Blick in verlinkte Studien zu werfen. Ist damit alles geklärt?
Dittmayer: Hier hätte Kontraste die Studien lieber selbst lesen sollen. Anders als angeführt, belegen die meisten der Studien keineswegs die These von Kontraste, wonach Videospiele "brutal und dumm" machen würden. Bezüglich der emotionalen Verrohung wird mehrheitlich angegeben, dass dafür absolut keine Beweise existieren.
Das Ergebnis einer Studie – die übrigens nicht von der Spiele-Industrie, sondern von der britischen Regierung gefördert wurde – wird alle virtuellen Abenteurer freuen: Regelmäßige Spieler waren bei Tests zu Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit Nicht-Spielern deutlich überlegen; manche erreichten sogar das Niveau von Spitzensportlern oder Astronauten. "Computerspiele zu spielen scheint die mentale Beweglichkeit junger Menschen in hohem Maße zu schärfen", bilanziert Studienleiterin Jo Bryce. "Geist und Körper arbeiten sehr viel besser zusammen als bei den meisten Menschen. Und zwar auch abseits von Maus und Tastatur."

GEZ-bezahlte Amok-Hetze - gekillt wird nur das Vertrauen junger Zuschauer
"Videogemetzel im Kinderzimmer" und andere öffentlich-rechtliche Räuberpistolen
springerpresse.de: Die ARD brachte einen Frontal21-Beitrag mit dem Titel „Videogemetzel im Kinderzimmer“, dort wurden Zuschauer zur besten Sendezeit informiert, Schulamokläufer hätten mit Videospielen das "Zielen trainiert", später Schüler und Lehrer "wie im Computerspiel" getötet. Wie kommt es, dass nicht mehr Schüler durchdrehen, wenn der Grat zwischen Spieler und Amokläufer so schmal ist?
Dittmayer: Ob man mit Videospielen den Umgang mit einer Waffe lernen kann ist umstritten. Der Militärpsychologe Dave Grossman vertritt zwar einen solchen Standpunkt, dieser wird aber weitgehend abgelehnt. Abgesehen davon, dass – anders als im Beitrag nahegelegt – kaum ein Shooter in Schul-Szenarien spielt, haben nach einer Studie des amerikanischen Geheimdienstes auch nur 12 Prozent aller jugendlichen Schulamokläufer gewalthaltige Videospiele genutzt. Die klare Mehrheit der Amokläufer begeht ihre Tat also ohne jemals in Kontakt mit den beschuldigten Medien gekommen zu sein. Auch der Amokläufer von Erfurt, Robert S., hat den Umgang mit Waffen nicht an heimischen PC sondern in einem Schützenverein erlernt.
springerpresse.de: Außerdem argumentierte man, von 3500 Videospielen hätten nur 23 keine Jugendfreigabe von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle erhalten. Die Zahlen stimmen. Machen die Prüfer ihren Job nicht richtig? Sind die Metzelspiele nun überall im Handel wie der Beitrag sagt?
Dittmayer: Ego-Shooter haben nur einen Anteil von 8 Prozent an den Prüfungen der USK. Unter den restlichen Spielen befinden sich überwiegend harmlose Videospiele, wie beispielsweise Ponyhof-Spiele für kleine Mädchen. Dass solche Spiele nur Erwachsenen vorbehalten sein sollten, wird wohl kaum jemand fordern. Von den Ego-Shootern selbst sind 90 Prozent der Spiele 16 und 18 Jährigen vorbehalten. Jeder 5., dass sind mehr als 100 Stück, ist sogar indiziert. Auch werden die brutalen Spiele gar nicht erst zu Prüfung vorgelegt, da diese keine Aussicht darauf haben eine Freigabe zu bekommen. Bei den 3500 Prüfungen sind die brutalsten Ego-Shooter also gar nicht enthalten und diejenigen, die enthalten sind, sind größtenteils 16 und 18-Jährigen vorbehalten.
Zuschauer sind chancenlos, die skurrilen Tricks der Redakteure zu durchschauen
springerpresse.de: Laut Frontal21 geht es in Action-Spielen meist um "brutale Morde" und "sinnloses Abmetzeln". Ist das auf Dauer nicht öde?
Dittmayer: Im Falle des Spiels "Hitman" hatte Frontal21 behauptet, dort sei sinnloses Morden im Sanatorium Spielinhalt. In Hitman verkörpert man einen Auftragsmörder, der pro Level eine kriminelle Größe der Unterwelt exekutieren muss. Dabei darf er aber - anders als James Bond oder Indiana Jones - nicht einmal die Leibwachen des Bösewichts töten. Der Spieler soll sich ohne aufzufallen zur Zielperson schleichen und ebenso ungesehen wieder entkommen. In dem von Frontal21 gezeigten Level muss der Spieler sogar überhaupt niemanden töten. Patienten des Sanatoriums zu erschießen, wie es Frontal21 getan hat, gehört nicht zum Spielziel und wird durch eine schlechtere Bewertung bestraft.
springerpresse.de: Das ARD Format "panorama" brachte ebenfalls einen Beitrag zu dem Thema, klärte über virtuelles "Quälen, Hinrichten und Vergewaltigen" auf, identifizierte die Spieler u.a. als Nazis, die die Spiele "illegal" auffrisieren würden - Szenenportrait oder Zerrbild?
Dittmayer: Hier wurden sowohl die Inhalte als auch die rechtliche Lage unzureichend recherchiert. Ich kenne keinen einzigen Online-Shooter, bei dem man Personen hinrichten, vergewaltigen oder quälen soll. Bezüglich des Hinrichten und Quälen fallen mir lediglich zwei Offline-Spiele ein, von denen eines jedoch bereits verboten ist.
Zwar kann man in manchen Spielen als deutscher Soldat spielen, aber dass man explizit in die Rolle eines Nazis schlüpfen könnte, habe ich noch nirgends gelesen. Das angesprochene Auffrisieren der Spiele, das Hinzufügen von verfassungsfeindlichen Symbolen, ist derzeit auch nicht illegal, solange man die Symbole weder verbreitet noch öffentlich nutzt.
Aber auch sonst schreckte "panorama" nicht davor zurück, Spiele und Spieler verfälscht darzustellen: So zeigte man beispielsweise einen lächelnden Spieler, nachdem zuvor der Beschuss einer virtuellen Leiche eingeblendet wurde. Man erweckt also den Anschein, dass der Spieler amüsiert über die Leichenschändung gewesen sei, obwohl er in Wirklichkeit nur über einen Scherz im "Teamspeak" gelacht hat. Die eingeblendete Spielszene hatte er laut Stellungnahme von ihm in einem Forum noch nie gesehen und wurde vermutlich von panorama nachträglich inszeniert. Inwieweit panorama wissentlich verfälscht, ist trotzdem unklar. Nach der Stellungnahme des Intendanten ist man offenbar in dem Glauben, dass die zusammengeschnittenen Szenen das normale Spielgeschehen wiederspiegeln würden und die Sendung nicht gegen den Programmauftrag verstößt.
Allein die Medien entscheiden, wie lange noch auf Amok-Ängste eingeschossen wird
springerpresse.de: Falls die TV-Sender einfach schlecht recherchieren, wie sieht es mit den Journalisten-Kollegen von der Presse aus?
Dittmayer: Hier ist es ähnlich schlimm. So hat selbst die FAZ mal behauptet, dass es das Ziel von CounterStrike sei, Lehrer und Schulmädchen zu erschießen. Dass in der unveränderten CounterStrike-Version weder Schulen, noch Lehrer oder Schulmädchen vorkommen, scheint niemanden zu stören. Andere Journalisten scheinen diese Aussagen ungeprüft zu übernehmen, wie es ja auch bei der angesprochenen Mär mit den CounterStrike spielenden Amokläufern der Fall ist. Auch sicherlich ernst gemeinte Ratschläge entpuppen sich oft als falsch. So empfahl die Münchener Tageszeitung Eltern ihre Kinder vor Konsolen oder "billige" Laptops zu setzen, da auf diesen keine Ego-Shooter laufen würden. Selbstverständlich ist das nicht der Fall.
springerpresse.de: Dr. Claus Richter von der Frontal21-Redaktion bezog zu Ihrem ersten Video Stellung, nachdem dieses in kurzer Zeit über 400.000 Aufrufe bei youtube bekam. Er sah keinen einzigen journalistischen Fehler ein und wies Ihre Kritik als zynisch und unwahr zurück, eine vertane Chance für eine Aussöhnung zwischen Spielern und Medien?
Dittmayer: Ich wollte anhand des Videos zeigen, dass die Öffentlich-Rechtlichen zum Teil fehler- und lückenhaft berichten. Diese Kritik betrifft nicht nur die Diffamierung von Videospielen, sondern auch die Berichterstattung an sich. Ich erwarte von den Öffentlich-Rechtlichen eine objektive und wahrheitsgetreue Berichterstattung sowie die Bereitschaft, grobe Fehler - sofern unterlaufen - richtig zu stellen.
Leider habe ich erfahren müssen, dass der NDR hier meinen Erwartungen nicht gerecht wird. Die Fehler wurden weder vom Intendanten noch vom Rundfunkrat als solche "anerkannt" und eine Richtigstellung ist bis heute nicht erfolgt. Ich sehe in diesem Punkt also keinen Konflikt zwischen Spielern und den Medien sondern zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und den Zuschauern. Die dilettantische Stellungnahme von Herrn Richter stellt somit nicht nur einen "Schlag ins Gesicht" der Spieler sondern ebenso in das aller gutgläubigen Zuschauer dar.
Die Unterscheidung zwischen "Spieler" und "Nichtspieler" bringt ebenfalls Klischees mit sich. So liefern die Medien oft das Bild des pubertierenden Jungen, der allein im dunklen Keller spielt, als sei er Teil einer merkwürdigen Subkultur. Tatsächlich haben aber bereits 79 Prozent der 16-Jährigen CounterStrike gespielt. Auch handelt es sich bei "den Spielern" keineswegs nur um Jugendliche: Der Großteil der 22-30 Jährigen ist mit Videospielen aufgewachsen und nutzt sie auch heute noch - der durchschnittliche Spieler ist sogar 39 Jahre alt.
Die tendenziöse und falsche Berichterstattung geht einzig und allein von den Medien aus, weshalb es auch an ihnen liegt, diese zu beenden. Zumindest das ZDF scheint in der Hinsicht an sich zu arbeiten. Für einen Beitrag über das Spiel GTA 4 informierte man sich bei dem Spielemagazin GameStar. Das war leider auch bitter nötig, denn die ZDF-Redakteure kannten weder den Titel "Die Sims" noch den Unterschied zwischen einem PC und einer Konsole.
Dittmayers neuestes Video: Gravierende Fehler auch in der Tagespresse:
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Einzelbilder:
- TV-Brainwashed, flickr-Download, Fotograf: Aaron Escobar
- Schatten-Spiel, photocase-Download, Fotograf: "bodhimario"

